Segelklub Bayer Uerdingen e.V.

Annika Kemper berichtet von der Summer Regatta in Napier, Neuseeland

Donnerstag, 01. Dez 2016, 15:55 Uhr

Bereits seit Juli bin ich als International Student am anderen Ende der Welt in Neuseeland. Hier wohne ich in der kleinen Hafenstadt Napier, wo 2011 auch die Opti Weltmeisterschaft stattfand. Spätestens als ich das Meer gesehen habe wurde mir klar, dass ich meine Zeit in Downunder auf jeden Fall nicht ohne Segeln verbringen möchte. Deshalb segel ich seit Anfang der neuseeländischen Segelsaison, die Mitte September gestartet hat, als Gast im Napier Sailing Club. Hier segeln nahezu alle nach dem Optimist die Bootsklasse "Starling". Das ist ein Einhandboot, welches in der Größenordnung zwischen Opti und Europe liegt In dieser Bootsklasse hat beispielsweise auch Peter Burling, der Olympiasieger im 49er und Steuermann des Emirates Team (America's Cup), in seiner Jugend Erfolge gefeiert. Starling gibt es nur in Neuseeland und ist meiner Meinung nach eine gute Vorbereitung auf alle weiteren Klassen.
Nachdem ich schon einige Club Races mitgesegelt bin, stand dieses Wochenende meine erste richtige Regatta auf dem Plan. Die Summer Regatta wurde vom Napier Sailing Club ausgerichtet und aus ganz Neuseeland kamen über 100 Boote in verschiedenen Klassen. Für Starling gingen 10 Seglerinnen und Segler an den Start. Mein Ziel war es, einen Platz unter den Top 3 zu belegen. Ein sehr realistisches Ziel, da ich dies bei den Club Races und im Training auch fast immer schaffte. Das erste Startsignal fiel bei ca. 15 Knoten. Mein Start war eigentlich ganz gut, leider  bin ich  auf die falsche Seite gesegelt. An der Luvtonne kam ich als achte an und kämpfte mich auf dem Halb- und Vorwindkurs noch auf den 5. Platz vor. Für den zweiten Lauf hat der Wind nochmal zugelegt und es wehte mit ca. 20 Knoten. Ich liebe Starkwind, deshalb kamen mir diese Bedingungen sehr entgegen.Diesmal war nicht nur der Start sondern auch die Seitenwahl gut gewesen. Auch wenn meine Oberschenkel ziemlich geschmerzt und gebrannt haben, war ich an der Luvtonne Zweite. Der Einsatz hat sich also gelohnt: Bis kurz vor dem Ziel konnte ich diese Position auch halten, doch 10m vor der Ziellinie bin ich gekentert und bin auf den vierten Platz zurückgefallen. Im dritten Lauf war noch mehr Wind (25 Knoten) und wieder war Kämpfen bis zum Umfallen angesagt. Das Kämpfen hat sich wieder gelohnt und dieses Mal habe ich sogar als erste die Luvtonne gerundet. Auf dem folgendem Halbwind-/Raumschotskurs ist mir Nina, die spätere Siegerin der Regatta, immer näher gekommen und wir haben die nächste Tonne gleichzeitig mit einer Q- Wende gerundet. Beim Downwindkurs hatte ich einige Probleme, das Boot zu kontrollieren. Nie  zuvor war ich  mit einer Starling bei so starkem Wind gesegelt. Auch die bootspezifischen Tricks fehlten mir noch. Naja...ich bin 3 mal gekentert und auf den 7. Platz zurückgefallen. Das war ziemlich demotivierend. Für den nächsten Lauf habe ich mir ein paar Tipps von meiner Freundin geben lassen und wollte nochmal alles für den letzten Lauf des Tages geben. Doch es kam anders. Ungefähr 2 Minuten vor dem nächsten Ankündigungssignal musste ich dann mit ansehen, wie der Schäkel an meinem Vorstag plötzlich gebrochen ist... Bagga (Kiwi Slangword für Mist)! Glücklicherweise hab ich das direkt gesehen, so dass der Mast nicht auf meinen Kopf gefallen ist. Ich musste ihn aber natürlich trotzdem runternehmen. Aufgrund von Starkwind und den Wellen war eine Reparatur auf dem Wasser unmöglich. Ich musste reingeschleppt werden. Zurück an Land habe ich dann noch den anderen Seglern beim Slippen geholfen, denn bei Starkwind ist es immer gut, eine helfende Hand zu haben, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Am nächsten Morgen wehte es mit 35 Knoten, sodass erstmal Startverschiebung war. Das Gute daran war, dass wir alle das Spiel des neuseeländischen Rugby Teams, bekannt als "All Blacks", gegen Frankreich im Fernsehen schauen  konnten. Später wurde dann entschieden, dass kein weiterer Start mehr stattfindet. Somit belegte ich nur den 8. Platz, aber das Feld war sehr dicht beisammen. Ich hatte sehr viel Spaß und das ist, was eigentlich viel mehr zählt. In weniger als 3 Wochen geht es für mich dann (leider) auch schon zurück nach Deutschland, aber bis dahin werde ich natürlich meinen tollen Wohnort, der  nur 10min vom Meer entfernt ist, ausnutzen und ganz oft segeln gehen.

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